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Madagaskar-Vanille

Eine Reise in die Heimat des schwarzen Goldes

Vanille ist in aller Munde – im Sommer als Eis, im Winter in den Plätzchen und zu jeder Jahreszeit im Pudding. Ob direkt in der Schote, als „Würzextrakt“ pur oder mit Zucker gemischt und verarbeitet im Puddingpulver – für Biovegan sind die schwarzen Schoten eine wichtige Zutat in zahlreichen Produkten.

80 Prozent der weltweit produzierten Vanille stammt aus Madagaskar. Die viertgrößte Insel der Welt ist voller Gegensätze: voll beeindruckender Schönheit, aber auch bedrückender Armut.

Auf der afrikanischen Insel ist eine vielfältige Pflanzen- und Tierwelt beheimatet, die Einwohner leben in einfachen Hütten, meist ohne Strom, nur wenige haben Solarzellen auf dem Dach. Denn trotz der auf dem Weltmarkt teuer gehandelten Vanille zählt die Insel mit ihren etwa 24 Millionen Einwohnern zu den ärmsten Ländern der Welt.

Für uns bei Biovegan endet Verantwortung nicht an den deutschen Grenzen, weshalb wir in den letzten Jahren die direkte Zusammenarbeit mit den Bauern vor Ort stark intensiviert haben. Neben dem hohen Qualitätsanspruch an die Vanille und dem biozertifizierten Anbau, spielen für uns Land und Lebensbedingungen der Bauern eine besondere Rolle.

Statt über Zwischenhändler zu arbeiten, fahren unsere Geschäftsführer Matthias und Nicol Gärtner vier- bis sechsmal jährlich persönlich nach Madagaskar und besuchen die Biobauern, mit denen Biovegan seit 2015 exklusiv kooperiert.

Matthias Gärtner zeigt das Land,
seine Menschen und den aufwendigen
Anbauprozess der Vanille.

Woher der Beiname „schwarzes Gold“ kommt, versteht, wer einmal gesehen hat, wie groß der Aufwand rund um Ernte und Verarbeitung der Vanilleschote ist: Die Vanillepflanze stammt aus der Familie der Orchideen und benötigt zum Wachsen einen Wirtsbaum, an dem sie sich hochranken kann.

Wie man bestäubt und welches Fingerspitzengefühl man dafür braucht,
zeigt Matthias Gärtner im nächsten Video:

Erst nach drei Jahren entwickeln sich erstmals bis zu 10 Blüten je Pflanze. Jede dieser Blüten muss per Hand bestäubt werden, denn Bienen und Insekten, die diese Aufgabe übernehmen, fehlen in Madagaskar.

Deshalb sind die Bauern und ihre Helfer zwischen November und Januar täglich frühmorgens im Dschungel unterwegs. Dabei stöbern sie möglichst jede Blüte auf. Ein Wettlauf gegen die Zeit, denn nur für einen Tag öffnen sich die Knospen, ganz kurz am Morgen. Wird eine Blüte übersehen und nicht bestäubt, fällt sie ab und bleibt nutzlos.

Die Verarbeitung der Vanille nach der Ernte

Auch nach der Ernte bleibt es aufwendig. Das einzigartige Aroma der echten Bourbon-Vanille entwickelt sich erst nach weiteren Verarbeitungs- und Trocknungsstufen.

Am Ende eines mehrtägigen Prozesses, in dem die Vanille permanent überwacht werden muss, damit sie weder zu trocken noch wetterbedingt zu feucht wird, werden aus 5 Kilo frischen grünen Schoten 1 Kilo der uns bekannten schwarzen Vanilleschoten.

Der Versand der Vanille

Für den Versand der Vanille nach Deutschland ist weiterhin viel Handarbeit gefordert: einzeln gebündelt und über Geruchsproben auf höchste Qualität überprüft, werden die Schoten vakuumverpackt bereit gemacht für die große Reise und die Verarbeitung in leckeren Gerichten. Mittlerweile ist Biovegan der größte Bio-Vanille-Importeur Deutschlands.

Die Verantwortung für das Produkt beginnt beim Bauern

Die Biovegan Bourbon Vanille wird von rund 1000 Bauern aus 54 Dörfern im Rahmen einer Kooperative im Biosphärenreservat Mananara in Madagaskar biologisch angebaut. So wird das Abholzen der rar gewordenen tropischen Regenwälder verhindert. Das traditionelle Wissen der Bevölkerung und die Regenwälder sind die ideale Voraussetzung für geschmacklich beste Biovegan Bourbon Vanille.

Andersrum möchte Biovegan den Bauern eine sichere Lebensgrundlage bieten: das heißt vor allem, ein stetes Einkommen, direkt bezahlt und ohne mitverdienende Zwischenhändler. Das heißt aber darüber hinaus auch die Förderung von Gemeindeprojekten – und Hilfe in der Not.

Durch die regelmäßigen Besuche wächst Vertrauen – auf beiden Seiten. „Wir müssen wissen, dass unsere Vanille sauber und ökologisch einwandfrei produziert wird und wünschen uns langfristige Beziehungen. Wir zeigen den Bauern daher auch die fertigen Produkte“, erzählt Mathias Gärtner. Im Video präsentiert Biovegan den Vanille Bauern die finalen Produkte.

Wer schnell hilft, hilft doppelt:
Biovegan unterstützt die Bauern nach der Naturkastastrophe
durch Zyklon „Enawo”

Was die langfristigen Beziehungen wirklich wert sind, zeigt sich für Bauern der Kooperative aber nicht nur im Alltag, sondern besonders dann, wenn die Not am Größten ist.

Madagaskar wird in unregelmäßigen Abständen von Naturgewalten erschüttert. Auch in diesen Zeiten Verantwortung zu übernehmen, ist für uns selbstverständlich. Im März 2017 zerstörte der Zyklon „Enawo“ große Teile der Infrastruktur und verwüstete die Vanillefelder komplett. Biovegan half schnell und unkompliziert mit 20 Tonnen Reis und kleinen Geschenken für die zahlreichen betroffenen Kinder.

Der nächste Schritt zur Intensivierung der Zusammenarbeit ist bereits geplant: ein Büro in Mauritius soll eröffnet werden. Matthias und Nicol Gärtner werden ihre Besuche deshalb aber nicht einstellen, denn: das Land und seine Bewohner sind ihnen ans Herz gewachsen.